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Made by Frau Renate

        lösung

Trotz aller Bemühungen und ausgefeilter Exportakrobatik läuft nichts, wie Sie es sich vorstellen. Jetzt brauchen Sie eine Frau Renate. Frau wer? Ob Raumspray, Hirschhornknöpfe oder Trachtenpuppen – eine Frau Renate kennt die Zauberformel, die die Türe zu erfolgsgekröntem Export öffnet.

Manchmal, auch das soll nicht verschwiegen werden, läuft nichts: Sie haben ein gutes Produkt, Sie kennen Ihren Zielmarkt und trotzdem kommen Sie nicht weiter. Sie schreiben Briefe. Sie versuchen es mit Inseraten. Sie rufen alte Freunde an, die Sie vor Jahren aus den Augen verloren haben. Doch es findet sich niemand, der Ihr Produkt vertreiben will.

Mit ein bisschen Glück machen Sie spätestens jetzt die Bekanntschaft von Frau Renate. Seit 35 Jahren ist sie an der österreichischen Außenhandelsstelle in Los Angeles für die Vermarktung österreichischer Konsumgüter zuständig. Dass sie in all diesen Jahren selbst für die ausgefallensten Produkte einen Markt gefunden hat, begründet ihren sagenhaften Ruf: Die Ware, die Frau Renate nicht verkaufen kann, muss wohl erst noch erfunden werden.
Backfrische Torten oder Raumspray, Kinderwagen auf Kufen oder Sockenhalter aus High-Tech-Gummi, Trachtenpuppen, Hirschhornknöpfe, Christbaumschmuck – irgendwie hat sie all das und noch viel mehr an den Mann oder an die Frau gebracht. Ihr Erfolgsrezept ist einfach: Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Frau Renate führt täglich zwei oder drei Dutzend Telefonate mit Handelsvertretern und Einzelhändlern. Einige kennt sie seit Jahren. Und mit fast allen verbindet sie eine Reihe guter Geschäfte: So mancher Vertreter an der Westküste ruft zuerst bei Frau Renate an, wenn er ein österreichisches Produkt sucht. Durch diese Telefonate weiß sie natürlich auch, wie ein Produkt beschaffen sein muss, um am US-Markt bestehen zu können. So kann sie österreichischen Anbietern auch sehr wertvolle Tipps geben. Dass selbst dieses Verkaufstalent mitunter vor Hürden steht, die im trüben Licht des ausbleibenden Erfolgs unüberwindlich scheinen, soll nicht verschwiegen werden:

Es begab sich also, dass ein Salzburger Geschenkartikelhersteller über Monate hinweg versuchte, seine Erzeugnisse in Geschäften des Westens der USA unterzubringen. Vergeblich. Da vermittelte ihn ein guter Bekannter an Frau Renate und von diesem Tag an suchte sie im Auftrag des Salzburgers nach potentiellen Geschäftspartnern. Doch die Sache wollte sich nicht zum Routinefall entwickeln, alle ihr bekannten Firmen winkten ab.
Erst durch kleine Anpassung in Farbe und Verpackung des Produktes, die Frau Renate durch ihre Erfahrung geben konnte, gelang es, einen Souvenirshop in einem Skiort in Wyoming zu interessieren, ein anderer Laden in Montana kam hinzu, schließlich noch ein dritter in New Mexico. Trotz alledem: Ein wirklich gutes Geschäft sah anders aus.
Doch jetzt die Flinte ins Korn werfen? Da kennen Sie Frau Renate noch nicht. Es dauerte noch fast ein weiteres Jahr, bis endlich die ersten Kunden in den größeren Städten Interesse zeigten. Dutzende Briefe und ungezählteTelefonate zeigten endlich flächendeckend Wirkung.

Frau Renate hatte damit bewiesen, dass es kein effizienteres Werkzeug zur Herstellung von Kundenkontakten gibt, als das von ihr so virtuos beherrschte: Das persönliche Gespräch vor dem Hintergrund eines dicht geknüpften Netzwerks aus Kontakten. Wie nachhaltig ihr Einsatz wirkte, belegt der Umstand, dass die Salzburger Firma im amerikanischen Westen noch heute gut im Geschäft ist – fast auf den Tag genau 20 Jahre nach dem ersten Gespräch mit Frau Renate.

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